Dienstag, 21. November 2017

Begegnungen mit dem Tod im November






Totentage im November
Manchmal fliegt mich der Tod an.
Ich bemerkte nur den plötzlichen Anflug dreier Amseln, eines Schwarms Sperlinge, zwei Schwärme Meisen und zwei Krähen, die mächtig Krawall tönten. Sie ließen sich auf der Eberesche nieder und plötzlich wars still. Totenstill. Alle saßen ungerührt. Ein Sperling flog in einen Topf mitten auf dem Balkon, mitten hinein ins Gestrüpp und  Löwenmäulchen. Ließ sich nieder, starrte vor sich hin und dann fiel er zur Seite und verstarb.
Ich hatte dies schon einmal erlebt in einem anderen Jahr. Vögel sterben so. Erst als ich hinausging, um ihn zu bergen, begannen die Vögel im Baum sich zu rühren, einige zwitscherten, nur die Krähen saßen reglos und normaler Weise machen die als Erste den Abflug bei Erscheinen von Menschen.
Ich nahm den Kleinen Toten und suchte ihm einen Herzstein und legte ihn in einem Küchentuch eingewickelt in einen kleinen Karton.
Einige Tage später vergrub ich ihn.
Der Tod erscheint mir zur Zeit in Allem. So ist die Zeit. Das ist auch der November mit seinen Trauertagen.
Wenn die Vögel tot sind fühlen sie sich schwerer an. Bei den Menschen ist es am Anfang auch so. Sie werden dann kleiner, aber bleiben schwer. Erst die Asche wiegt wenig. 2-3 Kilo, nicht mehr. Und da ist der Sarg mit drin. Es gibt nichts hygienischeres als die Asche eines verbrannten Körpers. Sandfarben wie feinst zerstoßener Muschelkalk. Wir sind schöne Wesen, bis zum Schluss. Und so passen wir gut zurück in diese Welt und können wieder in ihr aufgehen, in Wasser Erde Feuer Luft, wo wir herkamen.

Sonntag, 19. November 2017

Volkstrauertag





GEBET
Oh Du, atmendes Leben in allem, Ursprung des Weltenklanges und des lebenserhaltenden Lichtes.
Du atmest in uns, tönst um uns und erleuchtest uns.
Wir erinnern uns heute des Atems, der Klänge und des Leuchtens.
Wir stehen im Licht und auch im Schatten unserer Handlungen und erinnern uns unserer Trauer.
Lasst uns  einen heiligen Atemzug zu atmen, bei dem wir uns eins fühlen und die Verbindung mit der Vergangenheit suchen.
Der Klang erfülle uns und das Licht reinige uns.
Last uns unser Leben in Verantwortung tragen und unsere Absichten klären im Sinne für die gemeinsame Schöpfung und für jede Einzelne.
Möge der brennende Wunsch Deines Herzens Himmel und Erde vereinen durch unsere Harmonie.
Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen.
Lasst uns die Stränge der Fehler, die uns binden loslassen,
wie wir loslassen, was uns bindet an die Schuld anderer.
Lasst uns einander befreien von dem, was uns zurückhält.
Aus Dir Du  Weltenatem kommt der allwirksame Wille und die lebendige Kraft zu handeln,
das Lied, das alles verschönert und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert und das Licht, das uns die Wege zeigt.
Ich vertraue auf Euch Drei, die Mitmenschlichkeit und die Fähigkeiten aller sich zu erinnern.
Amen. 




Mittwoch, 8. November 2017

TRAUERJAHR mein ICH VERMISSE MEINE LIEBSTE SONG



eine wunderbar Ballade,
die ich derzeit
zu meinem Lieblingssong gemacht habe
im Sinne von
ICH VERMISSE DICH MEINE LIEBSTE


Samstag, 28. Oktober 2017

TRAUERJAHR die rose



In der Zeitung ein Artikel über Rosen.
Ich bin keine Rosenliebhaberin.
Dir hatte ich zu Lebzeiten eine Wildrose vor deinen Balkon gepflanzt.
Sie sollte mit ihren Dornen die Einbrecher abwehren und hat dies auch getan.
Wissenschaftlerinnen haben herausgefunden,
dass Rosen bis zu dreihundert Jahren alt werden können.
Ich empfinde dies als grossen Trost und pflanze eine für uns beide.
Ich erwerbe eine Rose.
Ich kaufen einen winterfesten doppelt gebrannten Rosentopf aus einer fränkischen Töpferei.
"Sie werden Ihre Freude daran haben,"
sagte der Gärtner, der meine Liebste und mich kennt und
mich zu der Aktion ermuntert.
Ich habe meine Freude daran und bitte jeden Tag um Blüten.
Sollte sie älter werden als ich, dann werden wir beide unsichtbar
aus der anderen Welt zu ihr hinüberlächeln.

Freitag, 27. Oktober 2017

TRAUERJAHR du bist in allem



DU BIST IN ALLEM

für mich bist du in allem
in der mücke, die im licht tanzt
in der feder, die auf meinem schoss landet
und leicht davonfliegt
im lächeln fremder bauarbeiter
im lärm der spielenden kinder
in den spuren auf deiner alten fussmatte
im duft deiner ungewaschenen wärmenden socken
in der hülle unter deiner alten bettdecke
in dem hartnäckigen betteln der blaumeise nach futter
im zarten weiss des alpenveilchens

hoffentlich wächst du
in der frisch gepflanzten rose
rosen können dreihundert jahre alt werden
das erleben wir lächelnd unsichtbar





Aurelius Augustinus

die Toten sind nicht tot,
sie sind nur nicht mehr sichtbar.
Sie schauen mit ihren Augen voller Licht
in unsere Augen voller Trauer.



Mittwoch, 11. Oktober 2017

TRAUERJAHR Verlängere die Zeit mit Geraune



Foto Julia Braun


Verlängere
Die Zeit mit Geraune
Entwirre
Den Irrsinn mit Chaos
Verzaubere
Die Erinnerung mit Liebe
Enttäusche
Die Erwartungen mit Leben
Markiere
Den Tod mit Tränen
Enttarne
Die Tränen mit Sternen
Vertreibe
Die Dunkelheit mit Muschelsand
Vertraue
Dem Chaos mit Gefühlen
Pflanze
Die Rose mit Hoffnung
SIE WIRD 300 JAHRE ALT
Verlängere
Die Zeit mit Geraune

Mittwoch, 4. Oktober 2017

TRAUERJAHR um mantel das verlorene



die letzten Dinge, das letzte Paar Schuhe, die Lieblings PL, der Lieblingssong VÖLLIG SCHWERELOS, die letzten Dinge eben mit ihrer eigenen Aura, der Sehnsucht im Leben und danach



Um Mantel das Verlorene

Schenke ihm die Falten

Lege die Tränen hinein

Wärme den Eis Wind an

Ruhe den Schmerz aus

Gib Dich der Asche hin

Um Mantel das Verlorene